Die Sonne scheint immer, hinter den Wolken

Mai 29th, 2011

Das Baby schreit. Ich wache auf. Von der Straßenlaterne scheint Licht durchs Fenster. Ich höre, wie mein Bettnachbar aus Ärger zu knurren beginnt. Ich gähne, stöhne ein wenig, nehme die Kleine in den Arm, streichle ihren Kopf. Mit drohendem Ton höre ich meinen Bettnachbarn sagen: „Schau zu, dass des Kind a ruh gibt!“

Mein Schatz beruhigt sich. Ich sehe ein Lächeln in ihrem Gesicht. Im nächsten Moment geht die Sonne hinter den Häusern auf. Es wird hell. „Heute kannst schaun, dass du wo anders übernachtest!“, sagt mein Bettnachbar.

Ich überlege, wo ich heute essen soll. Wo sollen wir diese Nacht schlafen? Woher soll ich das Geld für neue Windeln nehmen? All die Sorgen schwirren in meinem Kopf herum, wie Stimmen, die nicht aufhören zu sprechen.

Dann sehe ich das Strahlen im Gesicht meiner Kleinen. Und für einen Moment sind die Stimmen in meinem Kopf verstummt. Alle Sorgen sind vergessen.

Es ist nicht leicht, ein Kind alleine aufzuziehen, ohne Familie, ohne Geld und ohne Unterstützung. Aber es kommt mir vor, als hätte ich nie etwas so sinnvolles getan.

Wo bin ich?

Hier findest du eine Auflistung der Beitraege zum Stichwort Arbeitslos aus Thomas Wunderland.